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was ist das rysläuferhuus
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Das Rysläuferhuus Die "Stiftung Pro Schwanden und Umgebung" konnte 1993 nach dem Abbruch der Häuserzeile "Kuratle-Speich-Schmid" nur noch Schaden begrenzen - der 1988 durch die Gemeideversammlung Schwanden beschlossene und durch die Denkmalpflege geduldete Abbruch liess sich nicht mehr verhindern. Selbst die Tatsache, dass die Häuser ihren Ursprung im ausgehenden Mittelalter hatten (um 1500, durch Dokumente und die Untersuchung von Holzproben bestimmt) änderte nichts an diesem Entscheid.
Vom Abbruch verschont blieb 1993 nur ein Fragment des Hauses "Schmid": während des Abbruchs wurden durch Geschichtsfreunde unter mehreren Lagen Täfer einer Stube bis anhin unbekannte Wandmalereien entdeckt. Die Hauptszene der Wandmalerei ist mit 1534 datiert. Die Reichhaltigkeit dieser Wandmalerei sind für diese frühe Zeit einmalig. Ein Abbruchstop für die zwei Mitte des 15.Jahrunderts erbauten Zimmer wird verhängt.
Die Stiftung strengte sich in den folgenden Jahren an, die dem Abbruch entrissenen Stuben "Schmid" sinnvoll zu erhalten. Nur eine Erhaltung der beiden verbliebenen Stuben als Ganzes machte für die Stiftung Sinn. Es dauerte bis zum Herbst 1998 bis die heute realisierte Lösung an der Landsgemeindehoschet gefunden wurde.
Es ist gerettet, was noch zu retten war.
Heute sind die beiden Stuben Teil des Kleinmuseum Rysläuferhuus, die durch den Verein gukum betrieben werden.

Z Gschaengg Unrestaurierte Wandmalerei Rysläufer

Die Wandmalereien im Rysläuferhuus sind in ihrer Reichhaltigkeit einmalig. Das zentrale Element ist die Begrüssung eines Uniformierten Soldaten durch eine Frau. Die Malereien sind mit 1534 (ev. 1538) datiert. Im darauffolgenden Jahrhundert ist diese Darstellung in gleicher Form auf Bauernscheiben häufig zu finden. Die Kleidung und die Rankenmalereien lassen vermuten, dass der Maler aus dem Bodenseeraum stammt.

Restaurierte Wandmalerei Rysläufer Wandmalerei Paradiesgarten

Rysläufer
Im 16.Jahrhundert war die Schweiz mit ihren zirka 500 000 Einwohnern überbevölkert. Auf Grund der schwierigen wirtschaftlichen Lage herrschte damals große Armut. Ein Ausweg aus dieser Situation war die Emigration und eine der gewinnbringendsten Aufgaben der Söldnerdienst. 15 000 Männer standen für diesen Dienst zur Verfügung, der von der kleinen Eidgenossenschaft "organisiert" und kontrolliert wurde. Sie vergab das Recht zur Anwerbung von Kriegsleuten und erhielt dafür Weizen, Salz oder günstige Handelsbedingungen. Die Eidgenossen betrachteten den Kriegsdienst als vorübergehende, nur den Sommer über dauernde Emigration und nahmen deshalb an kurzen großen Feldzügen teil. Dann kehrten sie nach. Hause zurück und lebten den Winter über vom Sold und von der Kriegsbeute. Sie waren die besten Soldaten ihrer Zeit. Schon im 13. und 14. Jahrhundert, nach der Schweizer Unabhängigkeit, leisteten viele dieser Soldaten Dienst in Deutschland und Italien.
Reisläuferei ist eine Bezeichnung für dieses Kriegsgewerbe. Auf der Wandmalerei im Ryläuferhuus ist ein Mann in Uniform zu sehen, der Kleidung und Bewaffnung nach ein Hauptmann, der mit grosser Wahrscheinlichkeit in fremden Kriegsdiensten stand. So hat der Schutzbau der beiden Stuben in Schwanden seinen Namen gefunden: Rysläuferhuus.

Zeitafel der Entstehung des Rysläuferhuus
1434/54 Bau des Blockhauses "Schmid" (Name der letzten privaten Besitzerin) südlich der Kirche
1510 Peter Sonnetag erbaut das Hoschethaus, dem Nachbarhaus des heutigen Rysläuferhuus
1511 Bau des Haus "Kuratle und Speich" südlich des "Schmid" Hauses
1534 Die "Stube Schmid" wird mit reichen Renaissance Malereien versehen
1608 Das Haus "Schmid" wird gegen Süden erweitert
1795-1815 Dem Haus Schmid und seiner Erweiterung wird ein zusammenfassendes drittes Geschoss mit neuem Dachstuhl aufgesetzt
um 1980 Die Gemeinde Schwanden erwirbt die Häusergruppe und verkauft diese weiter an den Kanton, um eine Strassenkorrektur zu ermöglichen
1988 Gutachten von Dr. J.Grünenfelder, Experte der Eidgenössischen Kommssion für Denkmalpflege: " ... die Häuser gehören zum ältesten Bestandteil des Dorfes ... Es muss unbedingt erhalten bleiben.
Der Ortsplaner dipl. Arch. ETH Jakob Zweifel: "Bei einer qualifizierten Gestaltung können wir uns konzentrierte Neubauten als Ersatz für die Häuserzelle vorstellen."
1989 Die Gemeindeversammlung Schwanden stimmt einem Abbruch der Häuserzeile und einem Neubau zu
1993 Dendrologische Altersbestimmung der Häuser durch Bohrproben - die Häuser stammen aus dem späten Mittelalter und frühen Neuzeit.
Der Bauhistoriker H. Pantli untersucht und inventarisiert die Häusergruppe am Kreuzplatz.
9/1993 Aufruf von Dr. J. Davatz in der Tagespresse: " ... Durch den Abbruch der Häuserzeile geht der bau- und ortsgeschichtlich unersetzbare alte Dorfkern von Schwanden unwiederbringlich verloren."
11/1993 Abbruch der Häuserzeile - Abbruchstop für den Kern des Haus Schmid nachdem die bis anhin unbekannten Renaissance Malereien entdeckt wurden - die Stuben werden stehen gelassen und eingehüllt
1994 Die Stiftung Pro Schwanden und Umgebung wird gegründet. Stifter sind Dr. Peter Kamm und Aldo Masanti. Dr. Heinz Kindlimann ist erster Stiftungsratspräsident.
10/1994 Die Stuben werden abtransportiert und auf dem Werkhof Kalkofen zwischengelagert
1994-1999 Die Stiftung prüft mehr als 9 mögliche neue Standorte für die Stuben. 1998 wird der Standort Landsgemeindehoschet vorgeschlagen und ein Projekt durch dipl. Arch ETH Werner Schläpfer ausgearbeitet.
1999-2000 Bau des Rysläuferhuus (Projektname Landsknechthaus genannt)


Stuben im Werkhof Stuben am Kran