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Jakob Ruch - Kunstmaler
(siehe auch die Büste im Garten des Gemeindehauses)
Der Kunstmaler Jakob Ruch wurde am 12. August 1868 als Sohn eines Modellzeichners in Glarus geboren. Nachdem seine Eltern 1873 nach Paris übersiedelten, lebte er bei seinen Grosseltern in Schwanden, wo er seine gesamte Schulzeit verbrachte.
Im Jahr 1884, Ruch war nun Konfirmiert, zog er nach Paris zu seinen Eltern. In Paris besuchte er, durch sein Elternhaus gefördert, die besten Kunstschulen. 1886 trat Ruch in die renommierte Ecole des Beaux-Arts ein.
Etwa ab dem Jahr 1889 war Ruch an verschiedenen Ausstellungen mit seinen Gemälden vertreten, so auch am Pariser "Salon", wo er einmal sogar ausgezeichnet wurde.
Nach 1890 kehrte Ruchs Familie wieder in den Kanton Glarus zurück, wo sie im Thon in Schwanden ansässig wurde. Der junge Künstler aber lebte und arbeitete bis zu seinem frühen Tod im Jahre 1914 in der Winterzeit in Paris und nur während der Sommermonate im heimischen Glarnerland. Sein Atelier im Thon ist noch heute durch eine Holztafel gekennzeichnet.
Die Themen seiner Gemälde sind sehr stark von seiner nächsten Umgebung geprägt. So finden sich vor allem Darstellungen von Glarner Berglandschaften und Szenen aus dem kargen Bauernalltag. Was er in Paris gemalt haben mag, entzieht sich leider unserer Kenntnis. Man kann allerdings annehmen, dass er sich mit ähnlichen Themen auseinandersetzte, da er sehr oft nach Fotografien arbeitete.
Hans Comiotto - Kunstmaler, Freund und Schüler von Augusto Giacometti
Der Sohn des italienischen Einwanderers Giovanni Comiotto und der Haslerin Katharina geb. Hösli wuchs nach dem frühen Tod des Vaters in einfachen Verhältnissen in Haslen auf. Schon früh war sein grosses künstlerisches Talent offensichtlich, doch erlaubten ihm die sozialen Umstände kein Kunststudium und so entschied er sich für die Ausbildung zum Primarlehrer.
Während seiner Ausbildung in Chur bildete sich Comiotto durch privaten Malunterricht aber vor allem autodidaktisch weiter. Seit 1927 bis 1970 war Comiotto an der Primarschule in Schwanden als Lehrer tätig, pflegte aber daneben weiterhin die Malerei und war äusserst produktiv. 1931 kam es zu einer sehr wichtigen Begegnung mit Augusto Giacometti, der mehr und mehr zu Comiottos malerischem Mentor und Freund wurde. Comiotto starb im Jahre 1972 in Braunwald.
Hans Comiotto wurde vor allem durch seine zahllosen Portraits und Blumenbilder bekannt, war aber auch ein Meister der Landschaftsmalerei und verewigte so manchen Winkel von Schwanden, der in Realität schon lange dem Bagger hat weichen müssen.
Burkhard Tschudi - Klavierbauer, Freund von Georg Friedrich Händel
Im Jahre 1702 erblickt Burkhard Tschudi, der Sohn des Wollenhändlers, Chirurgen und Ratsherrn Josua Tschudi Elmer in der "Farb" in Schwanden das Licht der Welt. Ursprünglich Tischler, reist der junge Tschudi 1718 nach London, wo er durch Vermittlung des Kaufmanns Hans Jakob Wild, ebenfalls aus Schwanden, Arbeit bei einem Klaviermacher. Ab 1729 ist er selbständig und erwirbt sich einen ausgezeichneten Ruf. Zahlreiche Neuerungen im Cembalo- und Klavierbau gehen auf das Konto von Burkhard Tschudi.
Nicht zuletzt durch seine enge Freundschaft mit vielen berühmten Musikern seiner Zeit, vor allem mit Georg Friedrich Händel erlangten Tschudis Instrumente grosse Bekanntheit. Zu Tschudis Kunden gehörten die Grossen der Musik- aber auch der Weltgeschichte. 1740 kaufte der Prinz von Wales ein Instrument von Tschudi. Auch Friedrich der Grosse, der Preussenkönig, war im Besitz von Tschudis Instrumenten. Nachdem der König von Tschudi ein Instrument geschenkt bekommen hatte, bestellte er gleich noch zwei weitere Flügel.
Sowohl Mozart als auch Haydn, der ebenfalls mit der Familie Tschudi in London häufig verkehrte, schätzten die meisterlich gebauten Instrumente von Tschudi.
Im Jahr 1773 starb Burkhard Tschudi als reicher und angesehener Mann. Nach dem Tode ihres Vaters übernahm Tschudis einzige Tochter, Barbara, verheiratete Broadwood, die Firma. Das Geschäft sollte auch unter dem neuen Namen weiterhin blühen. Die Marke Broadwood gehörte lange Zeit zu den wichtigsten der Welt.
Es finden sich viele Tschudi- und Broadwoodflügel in verschiedenen Museen der Welt. Ein Tschudi-Cembalo ist im Freulerpalast in Näfels zu sehen.
Eduard Blumer - Landammann, Ständerat und Nationalrat, Nationalratspräsident
Im bewegten Jahr 1848 kam Eduard Blumer im "Thon" bei Schwanden auf die Welt. Durch das Schicksal sehr begünstigt, seine Familie war reich und auch einflussreich, genoss er eine glückliche Jugend und eine solide Bildung. Sehr bald wurde er in der Textilunternehmung seiner Familie tätig und leistete dort gute Dienste.
Die Politik sollte aber für den begnadeten Redner schon früh eine wichtige Rolle spielen, so wurde er bereits im Alter von 24 Jahren in den Landrat gewählt. Blumer engagierte sich in seinen Anfangsjahren sehr für die kantonale Verfassungsreform und gründete zusammen mit seinem Schwager die Zeitung "Freie Glarner". Neben dieser Verfassungsreform setzte sich Blumer auch sehr für die Annahme des eidgenössischen Fabrikgesetztes 1877, die Gründung der kantonalen Krankenanstalt 1888 und die Gründung der Kantonalbank 1883 ein.
In seiner nahezu vierzig Jahre dauernden Zeit als Glarner Landammann genoss er grosses Ansehen, auch hat er weitgehend auf sämtliche Entschädigungen für seine politische Tätigkeit verzichtet. Dennoch kam während Blumers langem politischen Wirken in gewissen Kreisen der Wunsch nach Amtszeitbeschränkung auf.
Auf Bundesebene war Blumer von 1877 bis 1888 als Ständerat, dann von 1899 bis an sein Lebensende als Nationalrat tätig. Auch wenn sich Blumer im Nationalrat keiner Partei angeschlossen hatte, wäre er im Jahr 1902 beinahe zum Bundesrat Gewählt worden. Blumer starb am 7. Oktober 1925 in Schwanden.
Samuel Blumer - Industrieller, "Therma" -Gründer
Samuel Blumer kam 1881 als ältestes von vier Kindern in Schwanden auf die Welt. Nach dem frühen Tod des Vaters, einem sehr geschickten Mechaniker, musste er bereits mit 16 Jahren die Schule aufgeben und stattdessen mit seiner Mutter zusammen das väterliche Nähmaschinengeschäft weiterführen. Anscheinend hatte Blumer die Begabungen seines Vaters geerbt, konstruierte er doch bald selbst Geräte verschiedenster Art.
Nachdem er 1903 eine erste kleinere Fabrik gegründet hatte, suchte er ab 1906 nach Kapital, um eine grössere Fabrik bauen zu können. So folgte "Samuel Blumer, Fabrik elektrischer Heiz- und Kochapparate" 1907 die weitaus grössere "Therma AG".
Nach Bügeleisen, Kochapparaten und verschiedenen Heizöfen, produzierte die "Therma" auch Elektrokochherde, Heisswasserspeicher, Kühlschränke, Grosskücheneinrichtungen und vieles andere mehr. Von Blumers Wohltätigkeit zeugen viele Einrichtungen: eine Wohlfahrtsstiftung und das 1947 fertig gestellte Wohlfahrtshaus, der "Erlenhof" seien hier als Beispiele erwähnt.
Samuel Blumer verstarb 1959 in Schwanden.
Die "Therma" ist heute ein Teil des "Electrolux" -Konzerns.
Hans Peter Tschudi - Bundesrat
Hans Peter Tschudi, Bürger von Schwanden, erblickte am 22. Oktober 1913 in Basel das Licht der Welt. Nach dem Studium der Rechte in Basel und Paris, schlug er eine Akademische Laufbahn ein und wurde 1952 Professor für Arbeits- und Sozialversicherungsrecht.
Die politische Karriere des Sozialdemokraten verlief für schweizerische Verhältnisse geradezu beispielhaft. Tschudi war zuerst Gemeinderat, wurde danach zum Regierungsrat und war seit 1956 im Ständerat, als er 1960 in den Bundesrat gewählt wurde, den er 1965 und 1970 präsidierte.
Im Eidgenössischen Department des Innern konnte er durch seine verdienstvolle Tätigkeit deutliche Spuren hinterlassen. Er widmete sich speziell der Bildungs- und Sozialpolitik. Durch sein Wirken entwickelte sich die AHV zum wichtigsten Sozialwerk der Schweiz. Tschudi war immer wieder gern gesehener Gast seiner Heimatgemeinde, ein letztes Mal im Jahre 2001 anlässlich der Verleihung des Binding-Preises an die Gemeinde Schwanden. Hans Peter Tschudi starb im Jahr 2002 nach längerer Krankheit.
Johann Jakob Strub - Handelsmann, "Erfinder" der Kartoffel in der Schweiz
Strub lebte von 1675 bis 1747. Er war als Lieutenant in englischen Diensten und brachte Kartoffeln von Irland nach Hause mit. Dies führte zum ersten Anbau der Kartoffel in der Schweiz. Für das Jahr 1697 ist der Verzehr von Kartoffeln im Glarnerland nachgewiesen, was den frühesten Nachweis in der Schweiz bedeutet.
Strub erlangte später den Grad eines Hauptmanns und wurde 1710 Landweibel.
Lill Tschudi - Künstlerin

Wohl nicht zuletzt wegen des Mediums des Linolschnitts, ist die 1911 in Schwanden geborene Künstlerin Lill Tschudi in der Schweiz eher wenig bekannt. In Amerika und Australien, aber vor allem in Grossbritanien geniesst Tschudi jedoch einiges Ansehen. So ist es auch sicher nicht falsch, Grossbritanien als eigentliche künstlerische Heimat Lill Tschudis anzusehen, erhielt sie doch während verschiedener längerer Aufenthalte in London neben entscheidenden Impulsen auch ihre Ausbildung dort. Sie besuchte die "Grosvenor School of modern Art", wo sie von Claude Flight in die Technik des Linolschnitts eingeführt wurde. Erweitert wurde der Horizont aber auch durch Kurse in Paris bei so namhaften Künstlern wie Gino Severini und Fernand Léger.
Die Entwicklung der Künstlerin ist durch unzählige Werke aus siebzig Jahren sehr gut dokumentiert. Nach einer grosszügigen Schenkung der Künstlerin besitzt nun der Glarner Kunstverein einen sehr umfangreichen Querschnitt durch das Schaffen der Schwander Künstlerin.
Die Portraits wurden verfasst von Mathias Jenny
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